Eine Patient erzählt …
Es war ein ganz normaler Tag im August, als Uwe Hartmann zu seiner vierteljährlichen Kontrolluntersuchung bei seiner Nephrologin und Diabetologin ging. Damals wusste er noch nicht, dass dieser Termin ihm vermutlich das Leben gerettet hat.
Ca. 30.000 Menschen erkranken jährlich in Deutschland an einem Blasentumor, nur bei ca. 25 – 30 % der Fälle handelt es sich um einen muskelinvasiven Tumor. Damit zählt das muskelinvasive Blasenkarzinom zu den seltenen Krebserkrankungen in Deutschland.
„Ich hatte keinerlei Beschwerden“, erzählt der 64-Jährige im Gespräch. Bei einer Routineuntersuchung aufgrund seiner Diabeteserkrankung wurde Blut im Urin festgestellt. „Beides – Schmerzfreiheit und Blut im Urin – sind typische Symptome für eine Blasenkrebserkrankung“, erklärt Dr. med. Alexander Krebs, Chefarzt der Klinik für Urologie und Kinderurologie am Leopoldina-Krankenhaus. „Sie erfordern eine rasche Abklärung durch einen Urologen.“ Tatsächlich wurde auch bei Uwe Hartmann in der anschließenden Blasenspiegelung ein Tumorverdacht bestätigt.
Knapp vier Wochen später wurde in einem ersten endoskopischen Eingriff das Tumorgewebe so weit wie möglich entfernt und anschließend pathologisch untersucht. Das Ergebnis: Uwe Hartmann leidet an einem äußerst aggressiven Tumor, der bereits in die Blasenmuskulatur eingewachsen war.

„Für mich, meine Frau und den Rest der Familie war die Diagnose ein Schlag“, erklärt Uwe Hartmann. „Aber Aufgeben kommt für mich nicht infrage.“ Gemeinsam mit Dr. Krebs wurde die weitere Therapie besprochen. Im Herbst 2025 startete der dreifache Opa zunächst eine neoadjuvante Chemotherapie, um den Tumor zu verkleinern, Mikrometastasen zu therapieren und die Heilungschancen zu verbessern. Grundsätzlich habe er die Chemotherapie relativ gut vertragen, erinnert sich der passionierte Camper. Schwierig war für den geselligen Rentner aber vor allem der Umgang mit der Infektionsgefahr, weshalb er nur wenige Kontakte zuließ und auch Treffen mit Freunden mied. Statt der geplanten vier Chemotherapien konnten aufgrund seiner Vorerkrankungen nur drei durchgeführt werden. „Verändert sich der Zustand des Patienten während der Behandlung, wird die Therapie erneut interdisziplinär besprochen und angepasst“, so der Chefarzt.
Ende Januar wurden dann schließlich die Blase, die Prostata und die umliegenden Lymphknoten operativ entfernt. „Wir hier im Leopoldina-Krankenhaus führen, sofern es der Befund und die individuellen Voraussetzungen des Patienten zulassen, die Zystektomie inklusive der Neuorganisation der Harnableitung minimalinvasiv mit Unterstützung des da Vinci-Roboters durch“, erklärt Dr. Krebs.
Eine Zystektomie ist die chirurgische Entfernung der Harnblase. Dieser Eingriff erfolgt hauptsächlich bei muskelinvasivem Blasenkrebs. Neben der Blase werden auch die umliegenden Lymphknoten und bei Männern die Prostata entfernt. Die Ableitung des Urins erfolgt entweder extern über einen künstlichen Ausgang (Conduit) oder über eine neu gebaute Harnblase aus Dünndarm (sogenannte Neoblase). Das Leopoldina-Krankenhaus ist das einzige Krankenhaus im nördlichen Unterfranken, das diesen Eingriff mit Unterstützung des OP-Roboters da Vinci durchführt.
„Die Vorteile dieses relativ neuen Verfahrens sind neben der Präzision auch der geringe Blutverlust und die kleinen Schnitte, die für den Patienten eine deutlich schnellere Genesung bedeuten“, so Dr. Krebs weiter. Das kann Uwe Hartmann nur bestätigen: „Nur einen Tag nach der Operation lag ich schon wieder auf der Normalstation.“ Trotz der relativ geringen Erkrankungsrate operiert das Team der Urologie am Leopoldina-Krankenhaus jährlich ca. 20-30 Patienten mit dieser Methode.
Die erste große Operation in seinem Leben hat der Patient gut überstanden. „Die Betreuung im Leopoldina-Krankenhaus war hervorragend. Sowohl Dr. Krebs als auch sein Kollege Dr. Backhaus standen für Fragen jederzeit zur Verfügung und haben uns jeden Schritt genau erklärt. Und auch der Aufenthalt auf der Station 73 war top, die ganze Mannschaft ist wirklich super!“
Auch seine Reha hat Uwe Hartmann inzwischen absolviert, eine weitere Nachbehandlung ist nicht notwendig. Im Alltag hat er keinerlei Einschränkungen und er freut sich gemeinsam mit seiner Frau auf die bevorstehenden Camping-Urlaube.






