Geburt im LEO – Mutter und Kind in besten Händen
Hebammen, Frauenklinik, Anästhesie, Kinderklinik, Kinderintensivstation, Pflege, Physiotherapie, Sozialpädagogik und Nachsorge – alles unter einem Dach. Und für alle Eventualitäten vorbereitet – mit der Erfahrung aus jährlich 1.600 Geburten.
(Text: Bernd Meidel)
„Eigentlich hatten wir gar keine Zeit mehr zum Nachzudenken“, erinnern sich Leos Eltern. Nachdem der Frauenarzt die werdende Mutter untersucht hatte, überschlugen sich die Ereignisse; nur etwa eine Stunde später war ihr Sohn auf der Welt – deutlich früher als geplant. „Alles ging hier Hand in Hand“, erzählt der Vater. „Wir hatten jederzeit jemanden, der uns erklärt hat, was gerade passiert und wie es weitergeht. So fühlten wir uns gut aufgehoben.“
Auf alles vorbereitet.
Genau dieses Gefühl vermitteln die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Leopoldina der werdenden Familie. Denn jede Geburt ist einzigartig. Sie lässt sich nur bedingt planen. Umso wichtiger ist ein Ort, an dem Mutter und Kind in jeder Situation bestens versorgt sind.
„Die Selbstbestimmung der Mutter steht im Vordergrund“, betont das Team des Kreißsaals. Ob klassische oder sogar ambulante Geburt, Wassergeburt, aufrechte Entbindung, Gebärhocker oder Pezziball – vieles ist möglich. Zur Schmerzlinderung stehen neben einer Periduralanästhesie (PDA) auch Lachgas, TENS-Geräte oder ergänzende homöopathische Verfahren zur Verfügung.
Im Mittelpunkt steht die werdende Mutter. Sie wird beraten und entscheidet, wie sie ihr Kind zur Welt bringen möchte. Immer nach dem Motto: Alles kann – nichts muss.
So viel Unterstützung wie nötig, so wenig Eingriff wie möglich.
Bereits während der Schwangerschaft können sich die Mütter in der Hebammensprechstunde beraten lassen, Geburtsvorbereitungskurse besuchen oder an den regelmäßig stattfindenden Informationsabenden sowie an Kreißsaalführungen teilnehmen. Die Führungen finden normalerweise immer sonntags um 16.00 Uhr statt. (Wichtig: um 15.00 Uhr bitte vorher im Kreißsaal telefonisch erfragen, ob die Führung an dem Tag möglich ist!)
Zudem ist das Leopoldina akademisches Lehrkrankenhaus für den Hebammenstudiengang der Hochschulen Coburg und Aschaffenburg. Aktuell absolvieren hier neun Studierende ihren Praxiseinsatz.
Kurze Wege, wenn jede Minute zählt
Die allermeisten Geburten verlaufen ohne Komplikationen. Gleichwohl sind im Leopoldina alle Fachbereiche unmittelbar miteinander verbunden. Wird kurzfristig ein Kaiserschnitt notwendig, liegt der Operationssaal direkt neben dem Kreißsaal. Die Anästhesie steht rund um die Uhr bereit. Ebenso schnell ist ein Kinderarzt vor Ort.
Sollte ein Neugeborenes intensivmedizinische Hilfe benötigen, erreicht das Team der Kinderintensivstation den Kreißsaal und die Wochenstation in weniger als 60 Sekunden. Diese kurzen Wege schaffen Sicherheit.
Als Perinatalzentrum Level I, der höchsten Versorgungsstufe, verfügt das Leopoldina zudem über besondere Erfahrung in der Versorgung von Früh- und Risikogeburten. Im Verbund mit Partnerkliniken wird individuell entschieden, ob ein Kind im Leopoldina bleiben kann oder eine Verlegung sinnvoll ist. Für Eltern ist eine Frühgeburt meist mit großen Unsicherheiten verbunden. Umso wichtiger sind Menschen, die erklären und begleiten. „Wir machen die Eltern zu den besten lebenden Experten für ihr Kind“, beschreibt Oberarzt Hans-Martin Lode die Philosophie der Kinderklinik.

Eltern und Kind bleiben zusammen
Auf der Kinderintensivstation wird deshalb nicht nur das Kind behandelt – auch die Eltern werden eingebunden. Selbst wenn ein Frühgeborenes Beatmung, Atemunterstützung, Zugänge oder Überwachungsgeräte benötigt, wird das sogenannte Bonding ermöglicht. Das tägliche „Känguruhen“, also der Hautkontakt zwischen Eltern und Kind, gehört ebenso dazu wie die 24-Stunden-Besuchszeit für die Eltern. Lode erklärt, warum Ruhe und Nähe so wichtig sind: „Ein Frühgeborenes verlässt den geschützten Mutterleib viel zu früh. Plötzlich treffen Licht, Geräusche und Berührungen ungefiltert auf das Kind. Deshalb versuchen wir, hier eine möglichst geschützte Umgebung zu schaffen.“ Dabei hilft auch die Lärmampel, unnötige Geräusche auf der Station zu vermeiden.

Vier Betten für Erwachsene ermöglichen es den Eltern, den Alltag mit ihrem Kind unter fachlicher Begleitung zu üben. Ergänzt wird die medizinische Betreuung durch speziell ausgebildete Physiotherapeuten, Psychologen, Sozialpädagogen sowie die Nachsorge-Angebote „Bunter Kreis“ und „Harlekin“.
Ein wichtiger Standortvorteil kommt hinzu: Muss ein Kind auch nach der Entlassung der Mutter noch im Leopoldina betreut werden, bleibt es in der Nähe seiner Familie. Eltern, Geschwister und Angehörige können ohne lange Fahrtwege da sein, das Kind besuchen und begleiten. Gerade in einer emotional belastenden Situation bedeutet diese Nähe viel – sie erleichtert den Alltag, stärkt die Bindung und gibt Familien Sicherheit.

Die „Leo-Störche“ sind das Hebammenteam. Auf ihrem Instagram-Account (@leo_stoerche) geben sie Einblicke in den Kreißsaal, teilen Infos zum Elternwerden und erklären praktische Dinge wie den „Storchenparkplatz“.

Räume, in denen Familien entstehen
Nach der Geburt wechseln Mutter und Kind gemeinsam auf die Wochenstation. Elf Zimmer, darunter bis zu sieben Familienzimmer, bieten viel Ruhe und Privatsphäre. Rooming-in gehört selbstverständlich dazu: Mutter und Kind bleiben Tag und Nacht zusammen, damit von Anfang an eine enge Bindung entstehen kann. Auch die Väter sind ausdrücklich willkommen und genießen erweiterte Besuchszeiten. Die üblichen Untersuchungen erfolgen direkt im Haus – von der U2 über Hörtest und Hüftultraschall bis zum Neugeborenen-Screening. Sozialpädagogen begleiten die Familien ebenso wie die Pflegekräfte der Wochenstation.

Gemeinsam für den besten Start ins Leben
Für die Eltern bedeutet das: Sie müssen sich um organisatorische Abläufe keine Gedanken machen. Alle Ansprechpartner befinden sich vor Ort. Oder, wie Leos Eltern es zusammenfassen: „Wir würden jederzeit wieder hierherkommen. Gerade wenn man weiß, was bei einer Geburt alles passieren kann, ist es beruhigend, dass für jede Situation die richtigen Menschen sofort da sind.“


Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe
Chefarzt und Leitung Perinatalzentrum Schweinfurt
Prof. Dr. med. Michael Schrauder
Telefon 09721 720-2132
E-Mail [email protected]


Klinik für Kinder und Jugendliche
Chefarzt und Leitung Perinatalzentrum Schweinfurt
Dr. med. Johannes Herrmann
Telefon 09721 720-3312
E-Mail [email protected]


„Frühgeburt“
„Der Bunte Kreis“
„Neue Kreißsäle“

PODCAST
Medizin & Menschen – Folge 33 – „Alltag auf der Kinderintensivstation“ mit Karina Wiegler-Schenkel

PODCAST
Medizin & Menschen – Folge 15 – „Vorsicht ist besser als Nachsicht: Unfallverhütung bei Säuglingen und Kleinkindern“ mit Mathias Usener











