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Eine spannende Reise vom Baby zum Kleinkind: Schau mir in die Augen, Kleines! Gesten, Blicke und erste Laute – Sprechen ohne Sprache

Foto: ©stock.adobe.com

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Wie spricht ein Baby mit uns, obwohl es noch keine Wörter kennt? Es kann nicht sagen: „Nimm mich hoch“, „Schau mal!“ oder „Das gefällt mir.“ Und trotzdem teilt es von Anfang an viel mit: durch Blicke, Mimik, kleine Bewegungen, Laute und später auch durch Gesten. Diese frühe Verständigung nennt man vorsprachliche Kommunikation. Das Baby kann noch nicht sprechen, nimmt aber bereits Kontakt auf. Es zeigt, ob es aufmerksam ist, Nähe möchte, ­etwas spannend findet oder eine ­Pause braucht. Für Erwachsene wirkt das manchmal wie eine kleine Geheimsprache. Doch wer genau hinschaut, versteht sie immer besser.

Der Blick als erstes Gespräch

Gesichter sind für Babys besonders spannend. Sie betrachten Augen, Mund und Gesichtsausdruck vertrauter Menschen sehr genau. Dabei lernen sie: Wer gehört zu mir? Wer spricht mit mir? Wer reagiert auf mich? Wie verändern sich Gesichter? Ein Blick kann schon der Anfang eines Gesprächs sein. Wenn ein Baby jemanden anschaut und dieser Mensch freundlich zurückschaut, entsteht eine Verbindung. Das Baby merkt: „Ich werde ­gesehen.“ Kommunikation beginnt also nicht erst mit dem ersten Wort, sondern mit gemeinsamer Aufmerksamkeit.

Lächeln und Mimik

Ein großer Schritt ist das erste bewusste Lächeln. Am Anfang lächeln Babys manchmal zufällig oder im Schlaf. Später lächeln sie, wenn sie ein vertrautes Gesicht sehen. Dann nehmen sie aktiv Kontakt auf. Wenn Mama, Papa oder ein Geschwisterkind zurücklächeln, entsteht ein kleines Hin und Her. Das Baby lernt: „Was ich tue, bewirkt etwas.“ Genau das ist ­später auch beim Sprechen wichtig. Ein Zeichen wird gesendet, und jemand antwortet darauf. Auch andere Gesichtsausdrücke ­spielen eine Rolle. Ein fröhliches ­Gesicht lädt zum Weitermachen ein, ein ­ruhiger Blick gibt Sicherheit, ein überraschter Ausdruck macht neu­gierig. Babys beobachten solche Reaktionen genau und lernen daran, Gefühle zu erkennen und zu deuten.

Erste Laute als Übung

Neben Blicken und Mimik werden auch die ersten Laute wichtiger. Babys gurren, glucksen, quietschen oder machen kleine „Aaa“- und „Ooo“-­Geräusche. Dabei probieren sie ihre Stimme aus. Sie üben, Luft zu ­holen, den Mund zu formen, die Zunge zu bewegen und Töne entstehen zu lassen. All das brauchen sie später für richtige Wörter. Wenn Erwachsene auf diese Laute antworten, wird daraus ein kleines Gespräch ohne Wörter: Das Baby macht einen Laut, Mama oder Papa antworten, und vielleicht macht das Baby gleich weiter.

Gesten sind Wörter mit dem Körper

Mit der Zeit kommen Gesten dazu. Das Baby streckt die Arme aus, wenn es hochgenommen werden möchte.­ Es wendet den Kopf ab, wenn es genug hat. Es strampelt vor Freude oder schaut erwartungsvoll zu einem Spielzeug. Später zeigt es vielleicht mit dem Finger auf etwas, winkt oder klatscht. Gesten sind wie Wörter mit dem Körper. Besonders wichtig ist das Zeigen. Wenn ein Baby auf etwas zeigt, meint es oft: „Schau mal!“ oder „Das interessiert mich!“ Wenn der Erwachsene hinschaut und sagt: „Ja, da ist ein Hund!“, schauen beide auf dasselbe. Das Baby merkt: Ich kann jemandem zeigen, was ich meine. Und ganz ­nebenbei lernt es schon Wörter.

Zuhören und Nachmachen

Bevor ein Kind selbst spricht, hört es lange zu. Es erkennt vertraute Stimmen, achtet auf Klang, Rhythmus und Pausen. Sprache ist für Babys am Anfang fast wie Musik. Darum ist es wertvoll, im Alltag mit Babys zu sprechen. Beim Anziehen, Spielen oder Kuscheln kann man erzählen, was gerade passiert: „Da ist dein Ball!“ oder „Jetzt kommt dein Ärmel.“ Das Baby versteht noch nicht alles, sammelt aber wichtige ­Bausteine für später. Auch Nachmachen gehört dazu. Babys beobachten, wie sich der Mund bewegt, und versuchen irgendwann selbst, Laute zu bilden. Aus Gurren wird Brabbeln, aus einzelnen ­Geräuschen werden Silben wie „ba“, „da“ oder „ma“. Noch haben sie nicht immer eine feste Bedeutung, aber sie sind wichtige Schritte auf dem Weg zum ersten Wort.

Bedeutungsvoll!

Babys sprechen also lange, bevor sie richtige Wörter benutzen. Sie sprechen mit den Augen, mit dem Gesicht, mit der Stimme und mit ihrem ganzen Körper. Wenn Erwachsene liebevoll darauf antworten, entsteht etwas Wunderschönes: ein erstes Gespräch – ganz ohne Sprache, aber voller Bedeutung.

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