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In den Kopf geschaut

Das menschliche Gehirn ist die zentrale Steuerungsinstanz unseres Körpers. Es regelt Bewegung, Sprache, Denken, Gefühle und unzählige weitere Funktionen – meist völlig unbemerkt. Gerät dieses fein abgestimmte System aus dem Gleichgewicht, kann das schwerwiegende Folgen haben. Eine mögliche Ursache dafür ist ein Hirntumor.

Foto: Marc Hanson

Unter Druck

Auch wenn der Begriff zunächst beängstigend klingt, ist es wichtig zu wissen: Hirntumor ist nicht gleich Hirntumor und die Behandlungsmöglichkeiten haben sich in den vergangenen Jahren enorm weiterentwickelt. Tumoren können dabei unterschiedliche Ursprünge haben. Sie entstehen entweder aus erkrankten Nervenzellen des Gehirns selbst, aus den Hirnhäuten oder als Absiedlungen bösartiger Tumoren aus anderen Körperregionen, sogenannte Metastasen. Doch selbst gutartige Tumoren können problematisch werden. Da das Gehirn von einem knöchernen Schädel umgeben ist, besteht für eine Wucherung kein Platz zum Ausweichen. Oftmals gehen Hirntumoren mit einer Hirnschwellung einher. Bereits geringe Volumenveränderungen können Druck auf empfindliche Hirnareale ausüben und deren Funktion beeinträchtigen.

Foto: Marc Hanson
Störfeuer aus dem Kopf

Die Symptome eines Hirntumors sind vielfältig und oft unspezifisch. Kopfschmerzen, neu auftretende epileptische Anfälle, Sehstörungen, Sprachprobleme oder Veränderungen der Persönlichkeit können mögliche Hinweise sein. Welche Beschwerden auftreten, hängt davon ab, in welchem Bereich des Gehirns der Tumor liegt und wie schnell er wächst. Gerade deshalb sind eine ­sorgfältige ­medizinische Abklärung und die Vorbereitung der Operation besonders wichtig.

In der Neurochirurgischen Klinik des Leopoldina-Krankenhauses werden jährlich bis zu 100 Patientinnen und Patienten mit einer Tumordiagnose operiert. Moderne bildgebende Verfahren wie die Magnetresonanztomografie oder die Computertomografie ermöglichen eine präzise Diagnostik und bilden die Grundlage für eine ­individuell angepasste Therapie entsprechend den aktuellen Leitlinien.

„Unsere Aufgabe ist es, ­Tumoren so vollständig wie möglich zu ­entfernen und gleichzeitig die ­empfindlichen Funktionen des Gehirns zu ­schützen“, erklärt Priv.-Doz. Dr. med. ­Thomas Linsenmann, Chefarzt der ­Neurochirurgischen Klinik. Zum Einsatz kommen dabei hochspezialisierte mikrochirurgische Techniken, moderne Operationsmikroskope sowie Navigationssysteme, die den Eingriff sicher unterstützen.

Mehr als eine Operation

Die Behandlung endet jedoch nicht mit der Operation. Gerade bei ­komplexen oder bösartigen Tumoren ist die enge Zusammenarbeit verschiedener Fachdisziplinen entscheidend. Im Leopoldina-Krankenhaus arbeiten die spezialisierten Ärztinnen und Ärzte der Neurochirurgie, Neurologie, Onkologie, Neuroradiologie, Strahlentherapie und aus weiteren Fachbereichen eng zusammen, um für jede Patientin und jeden Patienten ein maßgeschneidertes Behandlungskonzept zu entwickeln.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Zeit nach der eigentlichen Therapie. Rehabilitation, gezielte Nachsorge und psychosoziale Unterstützung tragen wesentlich dazu bei, dass Betroffene Schritt für Schritt in ihren Alltag ­zurückfinden. „Es geht nicht nur darum, Leben zu retten, sondern darum, Lebensqualität möglichst lange zu erhalten oder zurückzugewinnen“, betont Dr. Linsenmann. „Jeder Mensch bringt seine eigene Geschichte mit. Genau das berücksichtigen wir in unserer Behandlung.“

Dank medizinischer Fortschritte, moderner Technik und ­spezialisierter Teams sind die Prognosen für ­viele Hirntumorerkrankungen heute deutlich besser als noch vor einigen ­Jahren. Wissen, frühzeitige ­Diagnostik und eine Behandlung in ­erfahrenen Zentren wie dem Leopoldina-­Krankenhaus können entscheidend dazu beitragen, Ängste zu nehmen und neue Perspektiven zu eröffnen.

Faktencheck Hirntumor

Hirntumoren sind selten. In Deutschland erkranken jährlich rund 7.000 Menschen an einem Tumor des Gehirns oder Rückenmarks – ­ das sind etwa 2 % aller Krebserkrankungen. Bösartige, primäre ­Gehirntumoren wie Glioblastome treten bei etwa 5–9 von 100.000 Menschen pro Jahr auf. Viele Tumoren sind gut behandelbar, ­besonders wenn sie früh erkannt werden.

Video zum Thema Hirntumor

Priv.-Doz. Dr. med. Thomas Linsenmann

Foto: Marc Hanson

Neurochirurgische Klinik

Chefarzt
Priv.-Doz. Dr. med. Thomas Linsenmann

Sekretariat
Viktoria Rohrer, Susanne Hübner

Telefon 09721 720-2626
Fax 09721 720-2992
E-Mail [email protected]

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Moderne Medizintechnik macht Operationen am Gehirn sicherer und für den Patienten schonender. Foto: Marc Hanson