Wir sind DER Schwerpunktversorger der Region!
Interview mit Jürgen Winter, Geschäftsführer des Leopoldina-Krankenhauses
Als Schwerpunktversorger übernimmt das Leopoldina-Krankenhaus eine zentrale Rolle in der regionalen Gesundheitsversorgung. Mit 20 Kliniken und Fachbereichen, modernster Medizintechnik und interdisziplinärer Zusammenarbeit werden auch komplexe Krankheitsbilder kompetent und patientennah behandelt. Im Interview spricht Geschäftsführer Jürgen Winter über wirtschaftliche Stabilität, Weiterentwicklung und Zukunftsperspektiven.
Herr Winter, wie ist die wirtschaftliche Situation des Leopoldina-Krankenhauses?
Im Vergleich zu anderen bayerischen Schwerpunktversorgern stehen wir wirtschaftlich sehr solide da. Trotz herausfordernder Rahmenbedingungen konnten wir 2025 konzernübergreifend mit einem positiven Ergebnis abschließen. Damit können wir gewährleisten, dass wir weiterhin ohne Zuschüsse zu den Betriebskosten auskommen – ein Erfolg, der dem Engagement unserer Mitarbeitenden zu verdanken ist.
Was sind aus Ihrer Sicht die Gründe dafür?
Unsere Patientinnen und Patienten schätzen unsere Arbeit. Das ist auch ein Ergebnis der stetigen Weiterentwicklung unseres Leistungsspektrums – sowohl stationär als auch ambulant. 2024 steigerten wir die stationären Fallzahlen um über sieben Prozent, 2025 um weitere vier Prozent. Im ambulanten Bereich konnten wir unsere Fallzahlen 2025 sogar um ca. 10 % steigern. Diesen positiven Trend setzen wir fort. Angesichts der zunehmenden Ambulantisierung ist das ein starkes Zeichen für unsere Versorgungsqualität. Gleichzeitig entwickeln wir unser Haus kontinuierlich weiter und nutzen vorhandene Potenziale konsequent.
Der Fachkräftemangel ist ein großes Thema. Wie ist die Situation bei Ihnen?
Das Leopoldina-Krankenhaus wächst seit Jahren kontinuierlich. Im vergangenen Jahr konnten wir wieder zahlreiche Mitarbeitende gewinnen und haben im Pflegebereich ein Allzeithoch an Beschäftigten erreicht. Mit über 2.800 Mitarbeitenden aus über 60 Nationen sind wir weiterhin einer der größten Arbeitgeber der Region. Altersbedingte Chefarztwechsel – etwa in der Neurochirurgie und der Frauenklinik – können wir nahtlos und mit ausgewiesenen Spitzenmedizinern nachbesetzen.
Als Schwerpunktversorger bieten wir attraktive Entwicklungs- und Karrieremöglichkeiten. Gemeinsam mit unserer Berufsfachschule für Pflege gewinnen wir Nachwuchs und blicken, trotz der Herausforderungen der aktuellen Arbeitsmarktlage, optimistisch in die Zukunft.
Wie äußert sich die Weiterentwicklung des Leopoldina-Krankenhauses konkret?
Zunächst einmal haben wir den Umbau unseres Hauses vorangetrieben und mit der Akutgeriatrie einen neuen, zukunftsorientierten Bereich etabliert. Auch das Leistungsspektrum unseres Medizinischen Versorgungszentrums wurde erweitert. Allein im vergangenen Jahr haben wir rund 6,5 Millionen Euro investiert, vor allem in moderne Medizintechnik. An dieser Stelle möchte ich dem nun scheidenden Oberbürgermeister und langjährigen Aufsichtsratsvorsitzenden Sebastian Remelé ausdrücklich danken, da er die Entwicklung unseres Hauses stets konstruktiv begleitet und maßgeblich unterstützt hat. Gleichzeitig freue ich mich auf die zukünftige Zusammenarbeit mit unserem neuen Oberbürgermeister Ralf Hofmann.
Wie geht es infrastrukturell weiter?
Das neue Parkhaus am Campus wird noch 2026 in Betrieb gehen. Darüber hinaus bereiten wir die bauliche Weiterentwicklung des Krankenhauses vor. Die Genehmigung zur Erweiterung um 70 Betten durch das Bayerische Gesundheitsministerium ist dabei ein wichtiger Schritt. Unser nächstes Ziel ist die Aufnahme in das Bauprogramm des Freistaates Bayern.
Welche Themen stehen 2026 im Fokus?
Der Patient steht im Mittelpunkt unserer Arbeit. Unser Fokus liegt deshalb auf einer patientenorientierten Optimierung unserer Kernprozesse.
Mit der Zertifizierung zum Onkologischen Zentrum haben wir einen nächsten wichtigen Meilenstein erreicht. Um Diagnostik und Therapie weiter zu verbessern, investieren wir konzernübergreifend in Radiologie, Nuklearmedizin und Strahlentherapie. Bis 2029 sind Investitionen von rund 60 Millionen Euro geplant. Unser Ziel bleibt es, die Gesundheitsversorgung für die Region in kommunaler Trägerschaft zusammen mit unseren Kooperationspartnern langfristig zu sichern und weiterzuentwickeln.
Medizin im Gespräch: 40 Jahre Leopoldina-Krankenhaus:

Zum Abschluss meiner Amtszeit als Oberbürgermeister der Stadt Schweinfurt und damit auch als Aufsichtsratsvorsitzender des Leopoldina-Krankenhauses ist es mir ein großes Anliegen, Danke zu sagen.
Das Leopoldina ist und bleibt als Krankenhaus in kommunaler Trägerschaft der Stabilitätsanker der Gesundheitsversorgung in unserer Region – verlässlich, leistungsfähig und nah bei den Menschen. Mein herzlicher Dank gilt dem Aufsichtsrat, der Krankenhausleitung und allen Verantwortlichen für die vertrauensvolle und immer zukunftsorientierte Zusammenarbeit. Vor allem danke ich unserem Pflegepersonal und unseren Ärzten, die mit großem Einsatz und Professionalität auch in turbulenten Zeiten täglich Herausragendes leisten.
Mit dem geplanten Ausbau wird das Leopoldina-Krankenhaus seine zentrale Stellung für die Region sichern und in kommunaler Trägerschaft weitergeführt werden können.
Sebastian Remelé
